Avodah Zarah 116

Kapitel 116

א מימר אמר סלקא דעתיה דרבנן כי הני שיכרא קא שתו אלא ודאי האי חמרא הוא ונסכיה מאן דשרי שפיר שרי מימר אמר ס"ד דרבנן כי הני חמרא קא שתו וא"ל לדידי תא אשקינן אלא ודאי שיכרא הוא קא שתו ולא נסכיה
1 [der Nichtjude] dachte: Gelehrte wie diese werden doch keinen Met trinken, es ist sicherlich Wein, und er libierte ihn. Der ihn erlaubt hat, ist der Ansicht, [der Nichtjude] dachte: Gelehrte wie diese werden doch nicht Wein trinken und ihn von mir einschenken lassen, sicherlich ist es Met, und er libierte ihn nicht. –
ב והא קא חזי בליליא והא קא מרח ליה בחדתא
2 Er konnte es doch sehen!? – Es war nachts. – Er konnte es doch riechen!? – Es war neuer. –
ג והא קא נגע ביה בנטלא וה"ל מגע עובד כוכבים שלא בכוונה ואסור לא צריכא דקא מוריק אורוקי וה"ל כחו שלא בכוונה וכל כחו שלא בכוונה לא גזרו ביה רבנן
3 Er hatte ihn doch durch das Schöpfgefäß berührt, und wenn ein Nichtjude [Wein] unbeabsichtigt berührt, ist er ja verboten!? – Er hatte ihn hineingegossen, somit erfolgte es nur durch seine Kraft unbeabsichtigt, und in einem Falle, wo es durch seine Kraft unbeabsichtigt erfolgt, haben die Rabbanan kein Verbot angeordnet.
ד בעא מיניה ר' אסי מר' יוחנן יין שמסכו עובד כוכבים מהו א"ל ואימא מזגו א"ל אנא כדכתיב קאמינא (משלי ט, ב) טבחה טבחה מסכה יינה א"ל לשון תורה לעצמה לשון חכמים לעצמו
4 R. Asi fragte R. Joḥanan: Wie ist es, wenn ein Nichtjude den Wein vermischt? Dieser entgegnete: Sage doch: verschneidet! Jener erwiderte: Ich gebrauche den Ausdruck der Schrift, denn es heißt: <i>sie hat ihr Schlachtvieh geschlachtet, ihren Wein gemischt</i>. Dieser entgegnete: Die Schrift hat ihre eigene Ausdrucksweise und die Weisen haben ihre eigene Ausdrucksweise.
ה מאי א"ל אסור משום לך לך אמרין נזירא סחור סחור לכרמא לא תקרב
5 Wie ist es nun? Dieser erwiderte: Er ist verboten, denn man sagt: Weiter, weiter, Naziräer, herum, herum, nähere dich nicht dem Weinberge.
ו רבי ירמיה איקלע לסבתא חזא חמרא דמזגי עובד כוכבים ואישתי ישראל מיניה ואסר להו משום לך לך אמרין נזירא סחור סחור לכרמא לא תקרב אתמר נמי א"ר יוחנן ואמרי לה א"ר אסי א"ר יוחנן יין שמזגו עובד כוכבים אסור משום לך לך אמרין נזירא סחור סחור לכרמא לא תקרב
6 Einst kam R. Jirmeja nach Sabtha und beobachtete, daß da Nichtjuden den Wein verschnitten und Jisraéliten davon tranken. Da verbot er ihnen dies, denn man sagt: Weiter, Weiter, Naziräer, herum, herum, nähere dich nicht dem Weinberge. Es wurde auch gelehrt: R. Joḥanan, manche sagen, R. Asi, sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn ein Nichtjude den Wein verschnitten hat, so ist er verboten, denn man sagt: Weiter, weiter, Naziräer, herum, herum, nähere dich nicht dem Weinberge.
ז ר"ל איקלע לבצרה חזא ישראל דקאכלי פירי דלא מעשרי ואסר להו חזא מיא דסגדי להו עובדי כוכבים ושתו ישראל ואסר להו
7 Einst kam Reš Laqiš nach Boçra und beobachtete, daß da Jisraéliten unverzehntete Früchte aßen; da verbot er es ihnen. Ferner beobachtete er, daß da Jisraéliten Wasser tranken, das Nichtjuden angebetet hatten; da verbot er es ihnen.
ח אתא לקמיה דרבי יוחנן א"ל אדמקטורך עלך זיל הדר בצר לאו היינו בצרה ומים של רבים אין נאסרין
8 Als er hierauf zu R. Joḥanan kam, sprach dieser zu ihm: Während du noch dein Obergewand anhast, geh und widerrufe; Beçer ist nicht Boçra, und Wasser, das der Kommune gehört, kann nicht verboten werden.
ט רבי יוחנן לטעמיה
9 R. Joḥanan vertritt hierbei seine Ansicht,